prepaidflatratelover

LESEPROBE

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DER PREPAID-FLATRATE-LOVER

Wie alles begann ...

von

 

ANGEL JEAN DE ROOSEN,

Ladylaird of John O` Groats

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vorerst nur in Deutscher Sprache erhältlich

 

ISBN-13: 978-3-937313-11-5

Verlags-Bestellnummer: Flatlove

Preis: 17,40 Euro

 

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bitte Aktion beachten!!

Seit Juni 2009 im Verlag Tatjana Reuter und im Buchhandel erschienen!

Erster Band

 

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Der prepaid-flatrate-lover

Wie alles begann…

Tobias und ich waren 10 Jahre verheiratet. Naja nicht ganz, 3 Tage vor unserem 10. Hochzeitstag hat er mich morgens wie immer geküsst und gesagt:“Sabine mein Schatz ich liebe dich! Bis heute Abend!“ „Ich liebe dich auch mein Schatz, fahr vorsichtig!“ Immer dieselben Worte immer dasselbe Ritual. Tag für Tag. Jahr für Jahr. Aber immer in echter Liebe gesagt und in ebensolcher erwidert.

Ich kann mich noch genau erinnern, als sei es gerade eben passiert. Es war 14.04 Uhr am Nachmittag als es an der Haustür geklingelt hat. Ich hab auf die Uhr in der Küche gesehen als mich das klingeln beim Spülmaschine einräumen gestört hat.

Durch den Türspion habe ich sie gesehen. Zwei Polizeibeamte! Ich dachte noch beim öffnen, was ist denn jetzt wieder? In unserer Nachbarschaft befand sich so ein Etablissement… Naja für mich als Frau uninteressant, aber Männer gehen da gerne hin! Ich öffnete die Tür und sah die beiden an:“Ja bitte?“

„Frau Rössler?“ Ich nickte. Der ältere zückte seinen Ausweis und stellte sich vor. „Herrlich und mein Kollege Regener. Dürfen wir bitte reinkommen?“ Für einen Moment dachte ich er meint mit Herrlich er freue sich! Aber schon beim hören war mir klar, das ist sein Name. Ich trat zur Seite und ließ die beiden ein. Immer noch der Meinung, dass sie mich befragen wollten zu den nächtlichen Ruhestörungen die sich immer wieder bei uns zutrugen seit das Bordell gegenüber geöffnet hatte. Ich bat die beiden in die Küche. Irgendwie war alles so komisch! Setzen wollten sie sich nicht. Sie sahen mich an, irgendwie bedrückt, so als hätten sie ein Problem!

„Was kann ich für sie tun?“ Ich musste was sagen! Es war so still, so ruhig in der Wohnung. Was Kommissar Herrlich mir dann sagte, kann ich heute nicht mehr richtig wiedergeben. Es rauschte in meinen Ohren ich sah wie sich seine Lippen bewegten aber die Worte konnte ich nicht mehr hören nachdem er sagte das es einen Auffahrunfall auf der Autobahn gegeben habe und ein LKW ungebremst in den Wagen meines Mannes gefahren sei…sofort tot…habe ich noch gehört…

 

…Rettungswagen…Sanitäter…jede Hilfe…zu spät…Wrack… Der Rest war Rauschen, Lippenbewegungen und zwei Augenpaare die mich mitleidig ansahen. Ich hielt mich an der Küchenzeile fest, so als wär gerade ein Erdbeben und ich müsste mein Inventar abstützen oder so. Ich weiß das auch ich was gesagt habe, aber was? Ich kann mich nicht erinnern, bis heute nicht…

 

Ich weiß dass sie mir ihr Beileid ausgesprochen haben und dann irgendwann fragten ob ich einen Arzt bräuchte? Danke und Nein, diese beiden Worte haben sich in mein Hirn eingegraben. Irgendwann waren sie weg und ich allein.

 

Ich saß am Küchentisch und habe versucht mir das ganze ins Gedächtnis zurückzurufen. Irgendwie dachte ich wenn du jetzt ganz tief durchatmest stellst du fest du hast geschlafen und hattest einen Albtraum! Ich habe es versucht, sogar mehrmals. Heute, wenn ich daran zurückdenke muss ich sogar leicht lächeln. Albträume sind schlimm, für jeden der sie erlebt… Aber die Wirklichkeit, die harte Realität ist schlimmer und grausamer als jeder Albtraum jemals sein kann! Immer wieder fiel mein Blick auf die Tischplatte und da lag die Visitenkarte von Kommissar Herrlich. Sie ließ sich auch durch Blinzeln und Augenreiben nicht wegzaubern. Schwarze Buchstaben auf weißem Papier und das Polizeiwappen.

Es brannte in meinen Augen. Das lag aber nicht an dem grellen Weiß, sondern daran das ich weinen musste. Die Tränen liefen mir übers Gesicht. Unaufhaltsam kullerten sie mir über die Wangen, tropften auf mein Shirt und bildeten kleine Seen auf der Tischplatte. Mit den Fingern habe ich aus einem der kleinen Tränenseen eine Sonne gemalt. Warum? Keine Ahnung!

 

Dann… Irgendwann bin ich zum Telefon. Ich ruf ihn jetzt an, wenn er sich meldet ist alles okay, dann habe ich es wirklich nur geträumt.

**********

Nachdem ich kurz was gegessen hatte, begann ich meine Wohnung auf Vordermann zu bringen. Immer wieder ertappte ich mich dabei auf die Uhr zu sehen! >Mensch dadurch vergeht die Zeit auch nicht schneller! <

 

Um halb 7 hielt ich es nicht mehr aus und startete den PC! Ja, klar ich sollte ja auch alle meine Emails lesen vorher und schauen was so abgeht an der Pinnwand, damit ich informiert bin. >Ausreden! Nichts als Ausreden meine Liebe, du wartest auf ihn! <

 

„Ja!“ Schon wieder fange ich an mit mir selber zu reden. Ich glaub ich bin verrückt! >Nein! Durcheinander, durch einen Typ, den ich noch nicht einmal kenne!<

 

„hey lady nice to see you how are you“. „hey trucker fine thank you…smile“.

 

Hat er sich doch glatt an mir vorbeigeschlichen und ich hab es nicht bemerkt.

 

Morgan wollte wissen wie mein Tag war? Ich begann zu schreiben und auf einmal…

 

Ich sah die Tastatur nicht mehr. Tränen liefen mir über die Wangen! Ich musste an den Besuch bei Tobias denken.

 

„lady bist du noch da“. Ein Kuss und ein lächelnder Smiley! „du ein moment bitte ich…“. >Mist ich sehe nichts mehr! < „was ist los bitte sag es mir“. „mom“. Mehr sah ich nicht mehr. Immer wieder versuchte ich die Tränen wegzuwischen. Doch sie kullerten unaufhörlich nach.

 

„lady bitte was ist los … kann ich dich anrufen … komm ich ruf dich an“. „Nein! Bitte nicht!“ Aber das was ich sagte konnte er ja gar nicht hören!

 

Ich schrieb ihm total unleserlich dass es nichts bringen würde, weil er mich sowieso nicht verstehen würde. „lady wie meinst du das … ich bin nicht dumm … ich verstehe sehr viel … glaube mir“ Schnell bat ich Morgan um Entschuldigung und erklärte ihm das er meine Stimme nicht würde verstehen können. „Warum??“ „weil ich weine“. „lady bitte gib mir eine nummer wo ich dich erreichen kann … ich mache mir sorgen um dich … was ist los mit dir … bitte lass mich mit dir reden … bitte“.

 

Ich weinte noch mehr. Da bat ein Mann mich darum mit mir sprechen zu dürfen, weil er sich Sorgen um mich machen würde! Ich konnte das nicht verstehen!

 

„lady bitte … ich möchte wissen was in dir vorgeht … ich möchte gern … wirklich gern mit dir sprechen … bitte … bitte gib mir antwort … bitte“.

 

Durch meinen Tränenschleier hindurch entzifferte ich Wort für Wort. Klar dass er sich Sorgen macht ich hatte schon eine Weile nichts mehr geantwortet. Ich musste ja entziffern was er schrieb. Langsam Zahl für Zahl tippte ich meine Handynummer in die Tastatur ein und drückte auf senden! Sandra hatte mir den Tipp gegeben immer nur die Handynummer preiszugeben weil man ja nie wissen könne was sich hinter dem Chatpartner für ein Mensch verbirgt. Einfach zur Sicherheit, wie sie meinte. Ich gab ihr damals recht und tue es auch heute noch.

 

Fast im selben Moment …

 

>Ich hör dich, wo bist du? Verdammtes Handy wo habe ich dich hingelegt? < Das Klingeln war überdeutlich zu hören. Aber ich sah das doofe Ding einfach nicht. Im Wohnzimmer auf der Couch blinkte und schrillte mich schließlich das kleine blaue Teil an.

 

„Hallo…“ „Hey Lady was ist los mit dir bitte? Was hab ich falsch gemacht? Sag doch was!“

 

>Wow! Diese Stimme! Männlich, markant und so sexy! Einfach Wahnsinn!<

 

„Hallo Morgan!“ Ich musste mich räuspern. Immer noch war ich meiner Stimme nicht Herr! „Du weinst! Warum? Was hab ich gemacht? Ich wollt dir nicht wehtun! Ehrlich!“

 

Ich konnte nur flüstern: „Hast du nicht, es tut mir leid ehrlich! Ich war heut bei meinem Mann am Grab und habe ihm von dir erzählt und als du grade geschrieben hast musste ich weinen!“ „Warum hast du das getan? Ich meine ihm von mir erzählt!“

 

Es dauerte lange bis ich antworten konnte! Er war ein geduldiger und liebevoller Zuhörer! In den kommenden zwei Stunden waren die Telefongebühren eigentlich für die Katz! Ich weinte und er sagte nichts, hörte nur meinem schluchzen zu. Manchmal sagte er nur: „Hey Lady nicht weinen bitte! Bitte nicht mehr weinen okay!“ Oder das er da sei für mich und das alles gut werden würde! Als ich mich schneuzen musste legte ich das Telefon kurz zur Seite. Ich wollte nicht das er meint ich würde einen Elefanten als Haustier halten. Es hört sich bei mir immer so an als würde einer der Dickhäuter trompeten!

 

>Diese Stimme! Dieser warme Tonfall! Was machst du mit mir? Es kribbelt im Bauch! <

 

Endlich konnte ich auch wieder richtig reden! Ich erzählte ihm dann den ganzen Tag den ich heute hinter mir hatte und warum ich so weinen musste! „Lady, kleine Angel ich wollte dir nicht wehtun wenn ich mich nicht mehr melden soll sage es mir bitte! Ich schreib dann auch nie mehr! Will nicht das Du in Schwierigkeiten mit dir kommst, das hatte ich nie vor!“ „Nein, bitte nicht! Morgan, es tut mir leid das du dir jetzt so Sorgen machst. Es liegt nur an mir! Ich habe Tobias versprochen das ich immer nur ihn lieben werde und das ich keinen anderen Mann mehr anseh und jetzt…“.

 

„Was ist jetzt? Sag es mir bitte!“ Ich erzählte ihm das ich mich freue wenn er schreibt und das ich jetzt auch sein: „Hey Lady …“, gehört hätte und das es mich durcheinanderbringt. „Das wollte ich nie, das tut mir sehr leid! Dann ist es wohl besser ich leg auf! Mein Akku ist sowieso gleich leer und ich muss ihn für morgen wieder laden!“ „Es muss dir nicht leid tun! Es liegt an mir! Klar du brauchst das Telefon! Schade hätt gern noch mit dir gesprochen!“

 

„Ladyangel hast du Festnetz? Ich ruf dich dann gleich nochmal an wenn du mir die Nummer gibst, okay?“ „Ich kann dich auch zurückrufen ich habe eine Flat!“ „Nein ist schon okay, ich ruf dich an okay! Gib mir die Nummer bitte!“

© 2009 Angel Jean de Roosen,

Ladylaird of John O` Groats


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